Die Zukunft ist klimapositiv!

 

Dekarbonisation und Energie-Erzeugung geht gleichzeitig. Die Zukunft ist klimapositiv!

Die Pflanzenkohle birgt das Potential, den gesamten vom Menschen verursachten Anstieg des Kohlenstoffs in der Atmosphäre zu kompensieren oder gar rückgängig zu machen. Alleine die Verkohlung von jährlich 1 kg Ernterückstände zu 200gr Pflanzenkohle und deren Rückführung in den Humusboden auf jedem Quadratmeter Ackerland dieses Planeten, würde sämtliche menschgemachten Klimagas-Emissionen kompensieren. Diese Massnahme würde aber nicht nur global dem Klima nützen, sondern auch lokal die Bodenfruchtbarkeit und die Toleranz gegenüber Dürre und Staunässe der Böden erhöhen, sowie den Nährstoff-Rückhalt verbessern und damit auch gleichzeitig weitere Klimagas-Emissionen wie Lachgas und Methan aus der Landwirtschaft reduzieren. Gleichzeitig stellt die Pyrolyse von Biomasse-Reststoffen und auch anderen Kohlenwasserstoffen (fossile in Form von Kunststoff-Abfällen oder anderen Erdölprodukten) die sauberste Form der Verbrennung dar, bringt also auch Verbesserungen der Lufthygiene.

 

Terra Preta: Dekarbonisierung mit Zusatznutzen für Energieversorgung und Landwirtschaft

Terra Preta [portug: „schwarze Erde“]: Die fruchtbarsten Erden der Welt sind Schwarzerden, wie sie in der Ukraine und in 150 Fundstätten im Amazonas-Becken gefunden wurden. Alle enthalten hochporöse Pflanzenkohle, jene in der Ukraine entstand durch natürliche Steppenbrände über zehntausende Jahre hinweg, jene am Amazonas entstand von Menschenhand: Holzkohle wurde mit Fäkalien, Urin und Grüngut zu neuer Erde kompostiert. Die Funde im Amazonas-Becken sind 3‘000 bis 7‘000 Jahre alt – die Kohlestücke noch vollständig erhalten, oxidieren gemäss bisheriger Forschung in allen Bodenarten deutlich weniger als 3% pro 100 Jahre. Die mit Pflanzenkohle erzeugten Schwarzerden sind mindestens so wertvoll wie die besten Torferde-Erzeugnisse auf dem Markt, wie die Forschung der Universität Giessen mit Produkten aus der Schweiz und Deutschland zeigte. Die Wirkung von Pflanzenkohle-Gaben ist sehr vielfältig: die riesige Oberfläche von mehreren Hundert Quadratmeter pro Gramm Gewicht und der hohe pH-Wert bewirken eine immense Speicherfähigkeit für Flüssigkeiten und Gase und einen Ausgleich für Böden, die nach einer Düngung oft sauer werden. So werden Böden widerstandsfähiger gegen extreme Wetter-Ereignisse, toleranter gegen zu viel oder zu wenig Wasser und Dünger und halten beides besser zurück, was wiederum einen positiven Klimaeffekt hat und weniger „stinkt“. Dies lässt Pflanzenkohle einen Marktwert zukommen, der weltweit zwischen 550 und über 1‘000 CHF/Tonne liegt. Dies alleine würde schon ausreichen, um die Herstellung von Pflanzenkohle zu einem interessanten Geschäft zu machen, d.h. der Klimaschutz wäre bereits kostenlos. Nun kommt aber noch die Energie dazu, die bei der Pyrolyse ebenfalls entsteht – in Form von Wärme und im besten Fall auch Strom. Die Energieerzeugung birgt maximal noch einmal etwa gleichviel finanziellen Erlös.

Pro Tonne aus der Atmosphäre langfristig und sicher abgeschiedenem CO2 werden bis zu 600 kWh Strom, sowie 2000 kWh Wärme und 273 kg Pflanzenkohle erzeugt – mit einem Marktwert von zusammen 370 bis 500 CHF. Zum Vergleich: Der internationale Marktwert von Klimagas-Vermeidung liegt zurzeit unterhalb von 4 CHF pro Tonne CO2.

 

Relevanz

Millionen Tonnen Reststoffe können zu einer stofflichen und gleichzeitig energetischen Nutzung zugeführt werden – mit einem globalen Klimanutzen, der das Potential hat, den gesamten Klimagas-Ausstoss der Menschheit zu kompensieren. Typische Einsatzstoffe sind: Kaffee-Pulpe, Reisspelzen, Nussschalen, Stroh, Rinde, Papierschlamm, Klärschlamm, Gärreste, Landschafts­pflege-Schnitt, Wurzelstöcke, Schwemmholz, mit Kunststoff-Abfällen und Mineralstoffen durch­mischte Biomasse, sowie Strassen-Asphalt-Bruchstücke. Es könnten aber langfristig auch sämtliche Kohlenwasserstoffe von Holz bis Erdöl so genutzt werden, sodass der Wasserstoff-Anteil weiterhin energetisch genutzt wird und der Kohlenstoff aber abgeschieden wird und der stofflichen Nutzung zugeführt wird. Gleichzeitig ermöglicht die erzeugte Kohle auch die Rückgewinnung von versteppten, erodierten Landwirt­schafts­flächen.

 

Zusammenfassung

Die Pyrolyse von kohlenstoffhaltigen Reststoffen ist vermutlich die aussichtsreichste Dekarbonisierungs-Strategie weltweit. Sie ist in unterschiedlichsten Bauformen und Grössen dezentral umsetzbar, und durch die vielen Zusatznutzen auch wirtschaftlich am aussichtsreichsten.