Letzte Woche haben das Bundesamt für Umwelt (BAFU), das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) und Cercle Sol ein aktualisiertes Faktenblatt zu Pflanzenkohle in der Landwirtschaft herausgegeben. Wir stellen dazu einige gewichtige Punkte in Frage.
Grundsätzlich fragen wir uns: Warum engagiert sich die Bundesverwaltung derart gegen den Einsatz von Pflanzenkohle?
Wir verstehen das nicht, denn:
- Pflanzenkohle ist zu 100% ein Naturprodukt
- Pflanzenkohle ist in der Schweiz als Dünger zugelassen!
- Es gelten hohe Qualitätsanforderungen – die höchsten in ganz Europa!
Warum werden andere Hilfsstoffe in der Landwirtschaft nicht gleich streng beurteilt?
- Für gewisse Pestizide, die unsere Böden und Trinkwasser belasten und für Mensch und Umwelt nachweislich hoch problematisch sind, wurden keine neuen Grenzwerte festgelegt.
- Pflanzenkohle muss die gleichen Grenzwerte für Schadstoffe einhalten wie Kompost, obwohl die Ausbringmengen um ein Vielfaches geringer sind. Dieses Argument soll auf keinen Fall GEGEN Kompost verwendet werden, aber FÜR für die Pflanzenkohle!
Im Faktenblatt steht: "Im Sinne der Vorsorge wird vom weitflächigen Einsatz von Pflanzenkohle abgeraten, solange schädliche Auswirkungen nicht ausgeschlossen werden können."
Prospektiv langfristige schädliche Auswirkungen auszuschliessen ist streng wissenschaftlich gar nicht möglich. Mit diesem Argument kann man jede neue Entwicklung abwürgen. Wir schlagen eine andere, konstruktive Sichtweise vor:
- Retrospektiv sind uns keine negativen Langzeitfolgen von Pflanzenkohle in Böden bekannt.
- Böden mit hohem Anteil an pyrogenem Kohlenstoff zählen weltweit zu den fruchtbarsten Ackerböden.
- Landwirtschaftsböden an ehemaligen Köhlereistandorten in Belgien unterscheiden sich kaum von umliegenden Flächen.
Lesen Sie dazu auch unsere fundierte Risikobeurteilung auf charhow.ch – ebenfalls wissenschaftlich fundiert.
Im Faktenblatt steht: "Der Einsatz von PK in der Landwirtschaft ist heute meistens wirtschaftlich nicht rentabel."
Wir fragen: Ist es Aufgabe von Bundesämtern, die Wirtschaftlichkeit des Einsatzes von Pflanzenkohle zu beurteilen? Wir meinen nein, denn:
- Landwirt:innen können besser beurteilen, ob sich der Einsatz von Pflanzenkohle für sie lohnt.
- Die meisten Landwirt:innen, die Pflanzenkohle einsetzen, bleiben dabei. Offensichtlich sehen sie darin einen Nutzen.
- Hohe Produktkosten führen automatisch zu einem sparsamen und wirkungsorientierten Einsatz.
Im Faktenblatt steht: "Pflanzenkohle kann einen Beitrag zur Minderung des Klimawandels leisten. Das klimawirksame Potenzial auf Schweizer Landwirtschaftsböden ist hingegen beschränkt."
Wir sind hier anderer Meinung!
- Lesen Sie in unserer
- Pflanzenkohle die einzige, skalierbare Negativemissionstechnologie ist, die wir bereits heute zur Verfügung haben. Verpassen wir diese Chance nicht!
Negative Haltung blockiert Innovation
Die Schweiz gehörte zu den Vorreitern in der Anwendung von Pflanzenkohle und auch in der Forschung. Mit der negativen Haltung der Behörden manövriert sich die Schweiz ins Abseits. Und wir verbauen uns weitere Chancen wie:
- Pflanzenkohle kann zur Sanierung von kontaminierten Böden eingesetzt werden.
- Diskutiert wird Pflanzenkohle auch zur Immobilisierung von PFAS. Die Forschung dazu läuft.
Charnet setzt sich für die nachhaltige Anwendung von Pflanzenkohle ein und kommuniziert transparent: Auf unserer Wissensplattform charhow.ch weisen wir Landwirt:innen auf die gesetzlichen Vorgaben hin, beleuchten die Chancen und Grenzen von Pflanzenkohle in der Landwirtschaft objektiv und geben Empfehlungen für einen wirkungsvollen Einsatz ab.