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Rückblick auf die Mitgliederversammlung 2026

Am 28. April trafen sich 33 Charnet-Mitglieder zur jährlichen Mitgliederversammlung – dieses Jahr zu Gast bei Inkoh. Im Anschluss stellte das Neumitglied KLARK AG die neusten Entwicklungen rund um den eigenen Pflanzenkohle-Beton vor. Zudem führte die Inkoh AG durch ihre jüngste Pflanzenkohle-Produktionsanlage, die kurz vor der Inbetriebnahme steht.

Die Mitgliederversammlung 2026 ging in Rekordzeit über die Bühne. Sämtliche Geschäfte wurden einstimmig verabschiedet. Zudem sprachen die Mitglieder einem neuen Vorstandsmitglied sowie allen bisherigen Vorstandsmitgliedern ihr Vertrauen aus.

Wahlen
Stephan Gutzwiller (Pyronet) tritt aus dem Vorstand zurück, dem er seit der Gründung von Charnet als Fachverband im Jahr 2021 angehörte. Als Schweizer Pflanzenkohle-Pionier hat er den Vorstand während der letzten fünf Jahre mit seinem breiten Wissen und seiner grossen Erfahrung bereichert. Herzlichen Dank, Stephan!

Als Nachfolgerin wurde Julia Winter von Carbon Standards International (CSI) einstimmig gewählt. Als Produktmanagerin für das European Biochar Certificate ist sie bestens vertraut mit Regulierung und Qualitätssicherung – auch über die Schweizer Grenzen hinaus. Herzlich willkommen, Julia!

Die Amtszeit von Trimurti Irzan als Vorstandsmitglied lief im vergangenen Jahr aus. Um die Amtszeiten aller Vorstandsmitglieder zu harmonisieren, schlug der Vorstand eine Gesamterneuerungswahl vor. Die Mitgliederversammlung bestätigte sämtliche Vorstandsmitglieder in Globo für eine weitere Amtszeit von vier Jahren. Trimurti Irzan wurde zudem als Präsidentin für weitere zwei Jahre wiedergewählt.

Mit der Wahl von Julia Winter in den Vorstand tritt Ueli Steiner, ebenfalls CSI, als Revisor zurück. Andreas Schönborn von der ZHAW stellte sich zur Verfügung und wurde einstimmig für zwei Jahre gewählt.

Ausblick 2026
Der grosse Einsatz unserer Präsidentin im Fundraising für die Basisfinanzierung wurde Anfang 2026 belohnt. Dank eines Unterstützungsbeitrags einer Stiftung in der Höhe von CHF 20’000 verfügt Charnet nun über etwas mehr Spielraum für die Projektinitiierung, die politische Arbeit und das weitere Fundraising.

Der Vorstand hat entschieden, ein Projekt zum Wissensaufbau rund um das Thema Pflanzenkohle und PFAS aufzugleisen. Im Bereich Lobbying ist geplant, den Dialog mit dem Bundesamt für Umwelt zu erneuern sowie das Netzwerk zu Politiker:innen und Verbänden auszubauen, um den Anliegen und Forderungen von Charnet mehr Gehör zu verschaffen.

Innerhalb des Basisbudgets aus Mitgliederbeiträgen wird sich Charnet an Vernehmlassungen beteiligen, die Basiskommunikation via Website, LinkedIn und Mitglieder-Info weiterführen sowie zwei Charnet-Zirkel zu den Themen Torfersatz (28. Mai) und Asphalt (Herbst) organisieren. Finanziert sind dabei ausschliesslich die Arbeiten der Geschäftsstelle – der Vorstand engagiert sich weiterhin ehrenamtlich.

Fachreferat Pflanzenkohle-Beton
Andreas Schefer, Geschäftsführer der neu gegründeten KLARK AG, präsentierte im Anschluss an den offiziellen Teil Projekte und neue Entwicklungen rund um den Klimabeton. Die KLARK AG wurde 2025 von vier Betonunternehmen gegründet. Das Unternehmen wird den KLARK-Beton, der ursprünglich von Logbau zusammen mit Inkoh entwickelt wurde, weiterentwickeln und schweizweit vermarkten. Dazu arbeitet KLARK im Lizenzsystem mit regionalen Betonwerken zusammen.

Dass der Beton gut funktioniert, zeigen zahlreiche Referenzprojekte. Die Anforderungen an die Pflanzenkohle seien jedoch hoch, wie Schefer betonte: «Aktuell kann nur Pflanzenkohle aus Holz mit gleichbleibender Qualität verarbeitet werden.» Kohle aus Altholz weise nicht die benötigten Eigenschaften auf. Zudem sei die Schadstoffbelastung für Betonanwendungen zu hoch, erklärte Schefer auf eine Frage aus dem Publikum.

Entlang der gesamten Wertschöpfungskette übernimmt KLARK die Bereitstellung der Rezeptur – abgestimmt auf die Kundenanforderungen und die Rohmaterialien des jeweiligen Betonwerks – sowie die Nachverfolgung der CO₂-Senkenzertifikate, die an die Endkundschaft weitergegeben werden. Zudem treibt das Unternehmen die Weiterentwicklung des Baustoffs voran, beispielsweise durch die Veredelung der Pflanzenkohle.

Anlagenbegehung Inkoh
Mit der angestrebten Marktentwicklung will KLARK die Anwendung skalieren und die Kosten senken. «Aktuell ist KLARK-Beton noch rund doppelt so teuer wie normaler Beton», so Schefer. Die Gesamtkosten eines Gebäudes würden dadurch jedoch nur um rund zwei Prozent steigen.

Im stürmischen Wetter führte Joel Heggli, Projektleiter bei Inkoh, durch die neuste und grösste Pyrolyseanlage von Inkoh, die sich noch im Bau befindet. Es handelt sich um eine NGE-Anlage mit drei Schneckenreaktoren. Die Pyrolysegase werden verstromt, die dabei entstehende Abwärme zur Vortrocknung der Biomasse genutzt und zusätzlich in ein Nahwärmenetz eingespeist.

Die Anlage produziert 1500 Tonnen Pflanzenkohle und 2250 MWh Strom und speist 7500 MWh Wärme ins lokale Wärmenetz ein. Im zukünftigen Biomasselager offerierte Inkoh einen Stehapéro. Trotz grauer Wolken und stürmischer Winde diskutierten die Teilnehmer:innen angeregt und pflegten ihr Netzwerk. Herzlichen Dank an Inkoh für die Gastfreundschaft!